Bayerischer Jura - Aktuell
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Umfangreiches Höhlensystem bei Krottensee entdeckt
Erfolg nach jahrelangen Versuchen
Ursprünglich war es nur ein un-
scheinbares Loch im Boden, nicht
weit vom Eingang der bekannten
Schauhöhle, der Maximiliansgrotte
bei Krottensee, Gemeinde Neuhaus,
entfernt, der so genannte„Zinnberg-
schacht“, Katasternummer HFA A205.
1957 wurden Mitglieder des Spe-
leoclubs Sulzbach auf das Loch auf-
merksam und versuchten, durch
Erweiterung des Einstiegs herauszu-
finden, ob hier ein Zugang zu einer
Höhle möglich wäre. Der Gedanke
lag nahe, denn der Eingang zur Ma-
ximiliansgrotte war nur etwa 200
Meter entfernt.
Mehrere Jahre versuchte die Sulzba-
cher Forschergruppe dem nur etwa
20 cm breiten Felsspalt in die Tiefe
zu folgen, es war mit den damaligen
Hilfsmitteln schwierig. Der kleine
Schacht endete nach fünf Metern,
ein weiteres Vordringen war nicht
möglich.
Kennzeichnend für diesen „Zinn-
bergschacht“ war der in den Win-
termonaten in die Schachtöffnung
einströmende starke Luftzug, für
Höhlenforscher ein Anzeichen für
das Vorhandensein eines größeren
Raumsystems, denn in den Win-
termonaten steigt die etwa 9 °C
warme Höhlenluft durch oberflä-
chennahe Spalten nach oben und
zieht am tiefer liegenden Eingang
Kaltluft von außen nach. Im Som-
mer funktioniert diese Bewette-
rung umgekehrt. Die dann relativ
kalte Höhlenluft fließt aus dem
Eingang aus. Es folgten deshalb
mehrere Rauchversuche, die aber
trotz intensiver Nachsuche im Ge-
lände ohne Ergebnis blieben. Die
Forschungen wurden eingestellt.
1981 übernahm die Forschungs-
gruppe Höhle und Karst Franken
e.V. die weitere Forschung. Drei
Versuche in den Folgejahren über
eine Kamera Einblick in tiefere Teile
des schmalen Schachtes zu gewin-
nen, blieben ergebnislos. Auch die
Erweiterung der nur 20 cm breiten
Spalte mittels Presslufthammer
führte nicht zum Erfolg. Der zähe
Dolomit widersetzte sich allen Ver-
suchen.
Nach einer Vermessung und Foto-
dokumentation der bis dahin be-
stehenden kleinen Schachthöhle
mit einer Tiefe von ca. 7 Metern war
eine Weiterforschung zunächst
nicht geplant.
Erst 2014 wurde der Gedanke
wieder aufgegriffen, im Zinnberg-
schacht noch einen Versuch zu un-
ternehmen weitere Höhlenräume
zu finden. Angeregt durch inten-
sive Gespräche mit den damals an
der Erstforschung Beteiligten wur-
de beschlossen, noch einen „ulti-
mativen“ Versuch zu wagen.
Nach Zustimmung des Eigentü-
mers, den Bayerischen Staatsfors-
ten, und der Unteren Naturschutz-
behörde, Landkreis Nürnberger
Land, begann die Forschungs-
gruppe Höhle und Karst Franken
e.V. den Spalt mit Treibkeilen so zu
erweitern, dass ein Durchkommen
möglich war.
Die Forscher stießen nach mühsa-
mer Arbeit endlich imMai 2016 auf
den ersten größeren Raum.
Ein Weiterkommen war durch ei-
nen Versturz zunächst unmöglich.
Mit Hilfe einer Abstützung mit
Metallprofilschienen konnte dieser
aber umgangen werden. Damit
war der Zugang zu einer riesigen
Halle von mehr als 50 Metern Län-
ge und einer Höhe von 10 – 15 Me-